Raunheim: Pinta Beach nicht vor Ende Mai / 11.04.2020

Der Badebetrieb beginnt wegen einer Baustelle später. Aber was ist, wenn die Corona-Maßnahmen noch länger gelten? Germano Salernitano stellt sich die Sinnfrage.

RAUNHEIM – Wenn die Temperaturen nach oben klettern, kann es einigen Leuten gar nicht schnell genug gehen, bis die Badesaison eröffnet wird. Wie in den meisten Städten, so ist das auch in Raunheim üblicherweise nicht vor Mitte Mai. Vorbehaltlich geltender Ausnahmeregelungen zur Eindämmung des Coronavirus, ist damit am „Pinta Beach“ nicht vor Ende Mai zu rechnen, da zurzeit die Zufahrten zu den Stellplätzen asphaltiert werden.
„Ich habe schon in den vergangenen Tagen die ersten Anrufe gehabt, ob wir geöffnet haben. Wenn überhaupt in diesem Jahr, vielleicht ab Anfang Juli“, sagt „Pinta Beach“-Betreiber Germano Salernitano. Ob das dann mit oder ohne Atemschutz erfolge, hänge von den Auflagen ab. Da Vorbereitungen bereits getroffen seien, könne zwar innerhalb einer Woche geöffnet werden, doch bevor die Parkplatzsanierung nicht beendet sei, müsse ohnehin geschlossen bleiben: Die Fahrtwege werden wegen der Staubentwicklung asphaltiert.
 
 
Da derzeit nicht absehbar sei, ob die Ausnahmeregelungen bis dahin gelockert werden – was nicht automatisch zu heißen habe, dass Schwimmbäder und Badeseen öffnen dürfen –, stelle sich für ihn ohnehin die Frage, ob es in diesem Jahr überhaupt noch sinnvoll sei, aufzumachen. Große Sorge bereitet dem Raunheimer Unternehmer, dass, vermutlich in den Sommerferien auch nicht verreist werden darf und sich noch sehr viel mehr Leute als in den beiden ersten Jahren – was zu einigen Schwierigkeiten führte – auf den Weg zum Strandbad machen. „Da werden wir uns wohl mit der Stadt Raunheim und der Polizei noch einmal zusammensetzen müssen, um zu überlegen, wie wir das in den Griff bekommen“, meint Salernitano.
 
Er verweist dabei auch auf das benachbarte Betriebsgelände. Dort hatten sich schon in den vergangenen Tagen etliche Leute, die sich weder von Zäunen, die zum Teil aufgeschnitten wurden, noch von den mannstiefen Gräben, die der Sandwerkbetreiber ausgehoben hat, um den Zugang zu unterbinden, auf Handtüchern und Badematten bequem gemacht. Auch am „Pinta Beach“ verschafften sich Leute, die dafür stabile Zäune zu überwinden hatten, Zutritt.
„Wenn jetzt nicht durchgegriffen wird, dann kriegen wir das nicht in den Griff“, sagt Salernitano, der – was den illegalen Badebetrieb auf dem Betriebsgelände anbelangt – in diesem Jahr ein hartes Durchgreifen von Polizei und Ordnungsbehörde erwartet. Nach den Ereignissen im vergangenen Jahr wurde zwar für den Regelbetrieb des Waldseestrandbades ein Sicherheitskonzept zwischen Stadt und Betreiber vereinbart, Salernitano befürchtet jedoch, dass das unter den befürchteten Bedingungen nicht ausreichen werde.
 
 
Vorgesehen ist unter anderem, dass die Zufahrt zum „Pinta Beach“ über die Zuwegung zum Sandwerk erfolgen soll, um so die Ein- und Ausfahrt über den Hans-Scholl-Kreisel ins Wohngebiet südlich der Bahn nicht zu blockieren. Vom geplanten Online-Verkauf soll allerdings erst einmal abgesehen werden. Derzeit würde das Unternehmen, mit dem der Online-Verkauf organisiert werde – ein Konzertkartenverkäufer – wegen der Pandemie nicht zur Verfügung stehen. Dort werde auch davon ausgegangen, sagt Salernitano, dass in diesem Jahr keine Veranstaltungen mehr mit mehr als 1000 Menschen stattfinden.
So oder so befürchtet Salernitano, dass die von ihm getätigten Investitionen in das Strandbad wohl auch in diesem Jahr nicht ausgeglichen werden können. Ob geöffnet oder nicht, die Unterhaltungskosten liefen weiter. „Im ersten Jahr hatten wir nur sechs Wochen auf, im letzten Jahr hatten wir zwar viele Badegäste, aber wegen ungeeigneter Wetterverhältnisse 41 Tage geschlossen“. Drei Leute mussten bereits in Kurzarbeit geschickt werden, fünf Saisonarbeiter sollen noch folgen. Ähnlich niederschmetternd sieht die Bilanz für den Event-Partner „Chamäleon“ aus. Dort sollen bis Ende Mai bereits sämtliche Veranstaltungen storniert worden sein.

Quelle. Main Spitze