„Pinta Beach“ ist ausgebucht

Viele Menschen zieht es an den Raunheimer See, aber die Kritik an der Preisgestaltung ebbt nicht ab

Von Michael Kapp 

RAUNHEIM. Die hochsommerlichen Temperaturen haben dafür gesorgt, dass die Plätze am „Pinta Beach“ am Wochenende ausgebucht waren. Neben der Hitzewelle kurbelte ein Bericht am vergangenen Mittwoch im Hessenfernsehen die Nachfrage zusätzlich an. Etliche Besucher, die erstmals am Waldsee Raunheim waren, erzählten, in der Sendung davon erfahren zu haben. 

„Wir haben im Fernsehen gesehen, dass das schön strandmäßig sein soll, so wie in Malle“, sagt die junge Frau, die es sich am Samstag mit einem kühlen Getränk unter dem großen Sonnensegel bequem gemacht hat. Im Großen und Ganzen habe es sich auch bestätigt, was sie im Fernsehen gesehen habe. Allerdings hätte sie noch mehr Palmen erwartet. „Ansonsten ist es aber ganz schön“, versicherte die 34-jährige Seligenstädterin. Online-Buchung von Eintritt und Platz wurden für gut befunden. 

Während sich Betreiber Germano Salernitano seit der Eröffnung der Badesaison, die Corona-bedingt erst vor wenigen Tagen stattfinden konnte, nicht über unzureichende Nachfrage beschweren kann, ebbt die Kritik der Raunheimer Bevölkerung an „Pinta Beach“ nicht ab. Diese gilt weniger den durch die Stadtverordnetenversammlung festzulegenden Eintrittspreisen als den zusätzlichen Kosten für Liegestühle und Sonnenschirme, die ebenso nicht mitgebracht werden dürfen wie eine gut gefüllte Kühltasche. Im Internet finden sich etliche Beispielrechnungen, wie tief eine Familie, selbst wenn sie von dem für Raunheimer Bürger ermäßigten Eintrittspreis Gebrauch macht, in die Tasche greifen muss, um einige Stunden am See verbringen zu können. Nicht nur viele Raunheimer trauern deshalb dem alten Strandbad hinterher. 

„Die Eintrittspreise werden von der Stadt Raunheim festgelegt und da halten wir uns dran“, sagt der Betreiber. Da es vom Wakeport Kritik an der Erhöhung der Parkgebühr gab, die laut Bürgermeister um einen Euro angehoben wurde, um Besucher zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Fahrräder zu bewegen, gibt es neuerdings eine Zehner-Karte. Ersparnis: 50 Cent pro Parkticket. Leider sei es nicht möglich, sagt Salernitano, das Parkticket online zu erwerben. Ihm schwebe ein Schrankensystem vor, an dem sich der Autofahrer selbst ein Parkticket ziehen könne. Durch den derzeitigen Zwei-Schichten-Betrieb, der sich durch die Einhaltung der Corona-Bestimmungen begründet, steht auch nur eine begrenzte Anzahl an Liegeplätzen zur Verfügung. 

„So wie wir das derzeit handhaben, funktioniert es auch“, sagt der Betreiber. Am See in Langen sei in der vergangenen Woche wieder „Chaos hoch zehn“ gewesen. Die Kritik an den zusätzlichen Kosten, die den Badegästen beim Aufenthalt am „Pinta Beach“ entstehen, weist Salernitano zurück. Wenn es hätte weiter so gehandhabt werden sollen wie bisher, dann wäre das von der Stadt Raunheim so mit ihm zu vereinbaren gewesen. „Vom Konzept gibt es nichts Vergleichbares in Deutschland“, sagt der Betreiber, der meint, damit auch einen Nerv getroffen zu haben. Die Gäste am „Pinta Beach“ kommen aus einem Umkreis von 200 bis 300 Kilometern. „Für die Leute ist das wie ein Tag am Meer.“ 

„Wenn die Stadt sagt, das passt nicht, dann muss die Stadt den See wieder selbst machen“, ärgert sich der Unternehmer über die anhaltende Kritik aus der Raunheimer Bevölkerung. Diese, wie auch viele Leute, die sich früher am Nacktbadestrand aufhielten, weichen mittlerweile an andere Seen aus. Rund 80 Prozent der Gäste kämen von außerhalb, war im vergangenen Jahr erklärt worden.

Quelle Main-Spitze

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