RAUNHEIM – Weitgehend makelloses Sommerwetter hat am Wochenende für guten Zuspruch am „Pinta Beach“ gesorgt. Wegen der durch Corona fälligen Hygienemaßnahme sind die Besucher – Frühschwimmer nicht mitgezählt – auf zwei Slots verteilt. Am Samstagnachmittag hieß es deshalb: ausverkauft.
Um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, steht derzeit nur eine begrenzte Zahl Plätze, inzwischen auch am wiedereröffneten FKK-Strand, zur Verfügung. Da Besucher auch weitere Wege nicht scheuen – das Einzugsgebiet hat sich mittlerweile über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets erweitert – denkt Betreiber Germano Salernitano darüber nach, auf dem Gelände einfache Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten. Sie könnten „Center-Parc-mäßig“ sein, wie er sagt.
 
 
Philippa und Toni sind am Samstagmorgen um sieben Uhr aufgebrochen, um den Vormittag am „Pinta Beach“ zu verbringen. Leider seien die Plätze am Nachmittag bereits vergeben gewesen, erklärt der Mann. Das junge Pärchen, sie einen Cocktail in der Hand, kommt aus Stuttgart. „Das ist mittlerweile der Wahnsinn, wo die Leute herkommen“, freut sich Salernitano und spricht von einem Einzugsgebiet aus einem Umkreis von 200 Kilometern und mehr.
Schon bevor das städtische Strandbad wegen des Sandabbaus von der Ost- auf die Westseite umzog, kamen Erholungssuchende aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Stimme die Stadt Raunheim seinen Plänen für eine einfache Unterbringungsmöglichkeit nicht zu, wolle er dieses auf dem für das geplante Gesundheits- und Fitnesszentrum vorgesehenen Areal im „Airport Garden“, nur wenige Fußminuten entfernt, realisieren. „Wir kriegen E-Mail-Anfragen, wo die Leute wissen wollen, ob es Hotels gibt, weil sie mehrere Tagen am See buchen wollen“, sieht sich der Betreiber in seinem Vorgehen bestärkt.
Mit den durch Corona bedingten Slots am Vormittag und am Nachmittag – dazwischen findet eine Desinfektion statt – ist Salernitano, das unbeständige Wetter mal außen Acht lassend, bisher sehr zufrieden. Das im vergangenen Jahr entstandene Verkehrschaos rund um den Waldsee – die Stadt Raunheim sah sich sogar zur Vorlage eines Notfallplans veranlasst – blieb bisher aus. Um anrollende Fahrzeuge zügig auf die Stellplätze verteilen zu können, werden diese bei der Zufahrt auf unterschiedliche Parkplätze verteilt. Seit der illegale Badebetrieb auf dem Sandwerk-Betriebsgelände unterbunden werde (auf Veranlassung vom RP Darmstadt wird ein massiver Zaun gezogen) gebe es auch keinen Ärger wegen zugestellter Straßen im angrenzenden Wohngebiet. Obwohl für die Raunheimer ein im Preis ermäßigtes Besucherkontingent vorgehalten wird, soll das Interesse daran gering sein.
 
 
Da sich Besucher teilweise nicht an die „Corona-Regeln“ gehalten haben, wurden die Auflagen inzwischen verschärft. Man wolle da kein Risiko eingehen, dass der Betrieb deshalb geschlossen werden müsse. Regelmäßig wird per Lautsprecher darauf hingewiesen, dass die Regeln einzuhalten sind. Bademeister, die, ähnlich wie bei „Baywatch“, auf erhöhten Stühlen sitzen, achten ebenfalls darauf. Wer seinen gebuchten Platz verlässt, hat, außer er geht geradewegs ins Wasser, Atemschutz zu tragen.
Alexandra Jonas aus Frankfurt ist bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mit den Zwillingen Lisa und Frederick da. Die junge Mutter hat in den vergangenen sechs Jahren an der Cote d‘Azur gelebt. Ein bisschen, versichert sie, erinnere sie das daran. Matthias Conrad, der es sich in der Nachbarschaft mit seinen drei kleinen Kindern bequem gemacht hat, bedauert zwar, dass es „nach ein, zwei Metern relativ steil ins Wasser“ geht, findet das Angebot ansonsten aber gut: „Da ist für jeden was dabei“, erklärt der Eddersheimer. Allerdings könne sich das auch nicht jeder leisten, gibt der Mann zu bedenken.